Veröffentlicht: 06. Januar 2020

Steuerliche Berücksichtigung von Zuwendungen an eine in der EU belegene Kirche

Eine Spende an eine im EU-/EWR-Ausland belegene Einrichtung, die entweder die Vorausset-zungen des §§ 51 ff. AO erfüllt oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist, darf nicht anders behandelt werden als eine Spende an eine inländische gemeinnützige Körper-schaft, die ihre Mittel einer im Ausland niedergelassenen Einrichtung zur Erfüllung eines ge-meinnützigen Zwecks überlässt.

Die Klägerin hatte im Streitjahr 2010 Spenden i. H. v. 15.000,00 € an eine in Rumänien ansässige Pfarrgemeinde geleistet. Der Name der Klägerin wurde in den Altar eingraviert. Zudem wurde sie in den Fürbitten namentlich erwähnt und nach Fertigstellung der Kirche zur Weihe eingeladen. Den von der Klägerin begehrten Sonderausgabenabzug der Spenden lehn-te das Finanzamt ab, da der nach § 10b Abs. 1 S. 6 EStG erforderliche strukturelle Inlands-bezug fehle und die Zuwendungsbestätigungen nicht ordnungsgemäß gewesen seien.

Im Gegensatz zur Auffassung des Finanzamtes scheitert der Spendenabzug nach Ansicht des BFH jedoch weder an der Unentgeltlichkeit der Zuwendung noch an der fehlenden Vorlage ordnungsgemäßer Zuwendungsbescheinigungen. Denn die Vorteile (Gravur des Namens der Klägerin in den Altar, Nennung in den Fürbitten) seien lediglich Ausfluss der gemeinnützigen Mittelvergabe. Da die Pfarrgemeinde jedoch in Rumänien ansässig ist und somit ihren religiö-sen Zweck nicht im Inland verwirklicht, könne der Spendenabzug nur steuerlich anerkannt werden, wenn die Tätigkeit des Zuwendungsempfängers gemäß § 10b Abs. 1 S. 6 EStG auch zum Ansehen Deutschlands beitragen kann. Hierzu können nach Auffassung des BFH die vom FG getroffenen Feststellungen (Gravur des Namens des Steuerpflichtigen im Fuße des Altars, ihre Nennung in den Fürbitten, Einladung zur Weihe, namentliche Erwähnung) im Streitfall ausreichen.

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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