LEISTUNG, DIE ÜBERZEUGT.
PARTNERSCHAFT, DIE BLEIBT.
KOMPETENZ, DIE BEWEGT.
Veröffentlicht: 02. April 2021

Die im Zuge der Corona-Pandemie verabschiedeten Finanzhilfen des Bundes stehen teilweise unter dem Vorbehalt einer Schlussabrechnung. Sie sind je nach Förderung in den Jahresabschlüssen zu bilanzieren und mit einigen Herausforderungen verbunden. In der Konsequenz können sich sowohl Rückzahlungen als auch – antragsbedingt rückwirkend – erhöhte Förderungen ergeben. Die Ausgestaltung und Ermessensbehaftung ist von einigen Faktoren bedingt.

Voraussetzung für die Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe I und II war ein Rückgang der Umsätze verglichen zum jeweiligen Zeitraum des Jahres 2020. Alimentiert wurden zusätzlich ausgewählte betriebliche Fixkosten. Dabei basierten die Werte zur Ermittlung der Höhe der Bezuschussung teilweise auf Schätzungen. Wurde die Beantragung bei den Corona-Überbrückungshilfen II und III auf Grundlage der „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“ durchgeführt, müssen Verluste vorliegen, da lediglich nicht gedeckte betriebliche Fixkosten bezuschusst werden. Ähnliches gilt für die außerordentlichen Wirtschaftshilfen (Novemberhilfe und Dezemberhilfe). Von Geschäftsschließungen betroffenen Unternehmen wurden auf Grundlage ihres Umsatzes aus dem Vorjahresmonat Zuwendungen gewährt, welche ebenfalls zum Teil auf Schätzwerten basierten. Im Nachgang prüfen die Unternehmen dann die entsprechenden Bemessungsgrundlagen anhand der dann vorliegenden Ist-Zahlen. So kann es unter Umständen zu Rückzahlungen der gestatteten Zuschüsse oder auf Antrag auch zu weiteren Zuschusszahlungen kommen. Rechtssicherheit hinsichtlich einer korrekten Bezuschussung wird somit erst mit Rückzahlungen und zu beantragenden Zuzahlungen abschließend im Jahr 2021 bzw. 2022 gewährleistet.

Betreffen die Zuwendungen einen Zeitraum im abgelaufenen Geschäftsjahr und lagen am Stichtag die Voraussetzungen für die Billigung vor, sind die Corona-Finanzhilfen aus unserer Sicht grundsätzlich als Forderungen zu aktivieren. Drohende Rückzahlungsverpflichtungen sind als Rückstellungen zu passivieren. Liegt noch kein Bewilligungsbescheid vor, kann eine Aktivierung des Anspruchs jedoch trotzdem sachgerecht sein, wenn die Voraussetzungen am Abschlussstichtag vorlagen und die Bewilligung eines gestellten oder eines mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu stellenden Antrags abgesehen werden kann. Weiterhin ergibt sich für die ab Februar 2021 zugängliche Corona-Überbrückungshilfe III die Frage, inwiefern sie hinsichtlich des auf den November und Dezember 2020 entfallenden Teils der Förderung für den Jahresabschluss 2020 relevant ist. Zwar wurde das Förderprogramm erst im Jahr 2021 finalisiert und zugänglich gemacht, jedoch stellt es auch einen Zuschuss zu den in den Monaten November und Dezember 2020 getragenen Fixkosten dar. Diese Tatsache war auch vor dem 31.12.2020 bekannt. Hinsichtlich des Periodisierungsprinzips sollten die anteiligen Mittel auch im Jahresabschluss 2020 aktivierungsfähig sein, sofern die Antragsvoraussetzungen zum Abschlussstichtag vorlagen. Ein rechts- bzw. wertaufhellender Tatbestand liegt vor.

Hinsichtlich der besonderen Umstände der Corona-Pandemie und der zum Teil existenziellen Bedeutung der Zuwendungen sind Angaben im Anhang nach § 285 Nr. 31 HGB zu Erträgen und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung zu beachten. Eine Berichterstattung über Corona-Förderungen, die erst nach dem Stichtag beantragt oder genehmigt und nicht bereits zum 31.12.2020 abgebildet wurden – im sogenannten Nachtragsbericht i. S. d. § 285 Nr. 33 HGB – ist ebenfalls denkbar.

Ihr Ansprechpartner:

Andreas Jürgens, Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

Andreas Jürgens

Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

0251 322015-0
Andreas.Juergens

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