LEISTUNG, DIE ÜBERZEUGT.
PARTNERSCHAFT, DIE BLEIBT.
KOMPETENZ, DIE BEWEGT.
Veröffentlicht: 22. Juli 2021

Werden Baukosten nicht vollständig von dem Kostenträger anerkannt, hat das zur Folge, dass durch die zu zahlenden Investitionskosten somit nicht die gesamten Anschaffungskosten des Gebäudes refinanziert werden. Somit stellt sich die Frage, ob Sonderabschreibungen auf die Pflegeheim-Immobilien vorgenommen werden sollen.

Gemäß § 253 Abs. 3 S. 5 HGB sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens außerpla­nmäßige Abschreibungen geboten, bei denen eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung auf einen niedrigeren beizulegenden Wert vorliegt.

Der Krankenhausfachausschuss (KHFA) des IDW hat in seiner 130. Sitzung vom 15. September 2015 die Auswirkungen der Feststellung von anerkennungsfähigen Investitionsaufwendungen von Pflegeeinrichtungen nach GEPA NRW auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss diskutiert. Der KHFA vertritt die Auffassung, dass die Voraussetzungen für eine außerplanmäßige Abschreibung erfüllt sind, soweit nichtrefinanzierbare Restbuchwerte vorhanden sind. Diese Auffassung wird auch in der aktuellen Fachliteratur vertreten. Demnach werde damit insbesondere den Vorgaben des IDW RS IFA 2 zur Bewertung von Immobilien des Anlagevermögens in der Handelsbilanz entsprochen, wonach bei der Bewertung von Grundstücken, die zur Erzielung von Miet- und Pachterträgen vorgesehen sind, i. d. R. ein ertragsorientiertes Verfahren anzuwenden sei.

In seiner 146. Sitzung vom 16. März 2020 hat der KHFA die Frage erörtert, ob bei der zuvor dargestellten Betrachtung die Gegenüberstellung aller Aufwendungen und Erträge auf das Mietverhältnis zu beschränken ist oder ob es sich um einen für das Geschäftsmodell derartig bedeutsamen Vertrag handelt, dass erst dann eine Sonderabschreibung vorzunehmen ist, wenn im Gesamtbetrieb der Pflegeeinrichtung hierdurch Verluste entstehen. Der KHFA vertritt die Auffassung, dass eine Sonderabschreibung erst dann vorzunehmen ist, wenn es nach Abwägung der bestehenden Handlungsoptionen als überwiegend wahrscheinlich anzusehen ist, dass die Mietaufwendungen nicht aus den Mieterträgen gedeckt werden.

Dies wird von den Experten in der Branche so ausgelegt, dass eine Sonderabschreibung dann zwingend vorzunehmen ist, wenn das Pflegeheim insgesamt Verluste erwirtschaftet. Ist hingegen nur der investive Bereich defizitär und das Pflegeheim erwirtschaftet insgesamt Gewinne, kann aus Vorsichtsgesichtspunkten eine Sonderabschreibung vorgenommen werden.

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Ihr Ansprechpartner:

Andreas Jürgens, Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

Andreas Jürgens

Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

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