LEISTUNG, DIE ÜBERZEUGT.
PARTNERSCHAFT, DIE BLEIBT.
KOMPETENZ, DIE BEWEGT.
Veröffentlicht: 22. Juli 2021

Der Entwurf der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU lässt erkennen, dass große haftungsbeschränkte Unternehmen bereits für das Geschäftsjahr 2023 einen Nachhaltigkeitsbericht in ihren (Konzern-)Lagebericht aufnehmen müssen. Basieren werden sie auf den EU-Berichtsstandards, die aller Voraussicht nach künftig von den European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet werden.

Um die Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten durch europäische Unternehmen im Zusammenhang mit Sustainable Finance zu verbessern, hat die Europäische Kommission ihren Richtlinienvorschlag für eine CSRD als Teil eines größeren Pakets von Maßnahmen am 21.04.2012 veröffentlicht. Die CSRD stellt inhaltlich eine Neuaufstellung der EU-CSR-Richtlinie aus dem Jahr 2014 dar. Aktuell besteht die Berichtspflicht für Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern, ermöglicht ihnen jedoch weitgehende Flexibilität hinsichtlich der Ausgestaltung ihrer Angaben. Deutlich wird die neue Ausrichtung der Berichtspflicht anhand des Begriffs „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ (Sustainability Reporting), welcher den bisherigen Begriff der „Nichtfinanziellen Berichterstattung“ (Nonfinancial Reporting) ersetzt. Mit der beabsichtigten Ausweitung des Geltungsbereichs auf alle großen Unternehmen (unabhängig von der Kapitalmarktorientierung) und durch die Absenkung der bisherigen Schwelle von 500 auf 250 Mitarbeiter würden für das Geschäftsjahr 2023 in Deutschland statt bisher rund 500 dann ca. 15.000 Unternehmen von der Berichtspflicht erfasst werden. Ab 2026 sollen dann auch kapitalmarktorientierte kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) einbezogen werden.

Formuliert werden die Berichtspflichten nach dem aus Art. 19 b EU-BRRL-E abgeleiteten „Double Materiality“-Konzept. Danach betreffen die Inhalte der EU-Berichtsstandards Informationen, die notwendig sind, um die Wirkungen (Impact) der berichtenden Unternehmen auf Nachhaltigkeitsaspekte und umgekehrt die Wirkung von Nachhaltigkeitsaspekten auf die Unternehmen mit Blick auf deren Entwicklung, Leistung und Lage einzuschätzen. Zusätzlich zu dieser allgemeinen Abgrenzung kommen bestimmte Einzelelemente wie Angaben zu Geschäftsmodell und Strategie, zu den nachhaltigkeitsbezogenen Zielen und ihrer Erreichung und zur Rolle der Unternehmensorgane in dieser Hinsicht. Ferner sind Unternehmensrichtlinien und Due-Diligence-Prozesse zu Nachhaltigkeitsaspekten, Auswirkungen in Rahmen der Wertschöpfung des Unternehmens, aber auch in der Lieferkette sowie diesbezügliche Gegenmaßnahmen zu beschreiben. Außerdem sind über die bilanzielle Abbildung hinausgehende Angaben zu immateriellen Vermögensgegenständen zu machen, deren Definition sich am Natural Capital anzulehnen scheint.

Der CSRD-Vorschlag ergänzt weitere inhaltliche Rahmenvorgaben für die Standartsetzung. Neben allgemeinen Berichtsgrundsätzen wie Verständlichkeit, Relevanz, Repräsentativität, Überprüfbarkeit und Vergleichbarkeit enthält der Entwurf hinsichtlich der Berichterstattung Aspekte über Umweltfaktoren, Sozialfaktoren und Governance-Faktoren.

Der Entwurf lässt eine umfassende Entwicklung im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Breite der deutschen Unternehmenslandschaft erwarten. Allerdings dürfte das Vorhaben für große haftungsbeschränkte Unternehmen, in kürzester Zeit die Nachhaltigkeitsberichterstattung des CSRD-Vorschlags in Gänze zu etablieren, zumindest in der Anfangsphase zu ambitioniert sein. Grund dafür sind die nahezu unbestimmten Themen der Standardsetzung sowie der Umfang und die Details der EU-Berichtsstandards, die erst kurz vor ihrer erstmaligen Anwendung für das Geschäftsjahr 2023 in ihrer endgültigen Form bekannt sein werden. Eine organisatorische Vorbereitung durch Unternehmen wäre kaum umsetzbar.

Bislang handelt es sich zwar um einen Vorschlag der Europäischen Kommission an die gesetzgebenden Institutionen der EU – das Europäische Parlament und den Ministerrrat –, allerdings soll das Vorhaben schon in der ersten Jahreshälfte 2022 unter französischer Ratspräsidentschaft abgeschlossen werden.

Ihr Ansprechpartner:

Andreas Jürgens, Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

Andreas Jürgens

Diplom-Ingenieur, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Geschäftsführer

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